GegenStandpunkt 4-25 jetzt erhältlich

GegenStandpunkt 4-25

Große Führer lieben ihr Volk. Darum beglücken sie es kompromisslos mit Verhältnissen, in denen es gar nicht anders kann, als für die Größe der Nation da zu sein. Denn das ist die höchste Pflicht des Volkes, zugleich sein höchstes Recht, also seine eigentliche Bestimmung.
Der MAGA-Präsident macht es vor: Trump ruft einen Generalnotstand für das großartige Amerika aus, das er zugleich für total heruntergewirtschaftet hält. So will er dafür sorgen, dass die Nation wieder die globale Vor- und Allmacht ausspielt, die seine Vorgänger verraten und vergeigt, also dem amerikanischen Volk geklaut haben. Letzteres hat sich seit längerem an ausländische Drogen und hauseigene Lebensmittelmarken gewöhnt, statt sich auf der Jagd nach Dollar für Amerikas Größe nützlich zu machen. Mit seinem Kampf gegen Migranten, den Sozialstaat, Wokeness und seine politischen Kontrahenten, denen er die Ausbreitung all dieser Seuchen zur Last legt, verhilft Trump seinen Amerikanern dazu, wieder großartig, also richtig amerikanisch zu sein:
Das amerikanische Innenleben wird MAGA. Mehr Freiheit der Regierungsmacht für mehr Großartigkeit der Weltmacht

Der Rest der Welt macht es nach: Z. B. der deutsche Kanzler, der unzufrieden ist mit denen, die er regiert: Die einen sind hier, obwohl sie keine Deutschen sind. Von seinen Deutschen arbeiten zu viele nicht, sondern leben im Luxus des staatlich bereitgestellten Existenzminimums; diejenigen, die arbeiten, tun das viel zu kurz – pro Woche und überhaupt gemessen an ihrer überbordenden Lebensdauer; und sie bestehen unter dem Slogan ‚work-life-balance‘ auch noch darauf, dass ihre Arbeit sich irgendwie für sie lohnt. Des Kanzlers ‚Herbst der Reformen‘ soll ihnen solchen Unfug austreiben. Und seine Politik gegen Migranten verbürgt, dass Deutsche ihre erzwungene Anpassung an jede staatliche Vorgabe stolz als Privileg fühlen können:
Armut, Rente, Arbeitszeit. Der Herbst der Reformen und „Stadtbild“

Er hat ja auch viel vor mit ihnen: den Aufstieg Deutschlands zu einer kontinentalen Kriegsmacht, die so mächtig ist, dass die nukleare Weltmacht Russland auf demselben Kontinent keinen Platz hat. Das ist Deutschlands Antwort auf MAGA: Es will Russland den Platz, den es sich bereits verschafft hat und beansprucht – wenn es sein muss, nicht nur per Stellvertreterkrieg – abknöpfen, auch wenn und gerade weil MAGA-Land dafür nicht mehr als Führungs- und Garantiemacht zu haben ist. Die Potenz, sich mit dreistelligen Milliardensummen zur Führungsmacht für Europas Anti-Russland-Fundamentalismus herzurichten, hat Deutschland allemal. Die setzt Merz ein und verpasst seinem Volk damit die „Lage zwischen Krieg und Frieden“, die es zu der Kriegstüchtigkeit erzieht, die ansteht:
Europa im hybriden Krieg für einen emanzipierten Imperialismus und Der deutsche Militarismus in der Zeitenwende. Kriegsbereitschaft heute

Und zwischendurch beweisen Staatsmänner auch in Asien, dass sie die Zeichen der MAGA-Zeit verstanden haben: Indien und Pakistan liefern sich einen Krieg, weil ihre Anführer wissen, dass nur die Gewalt, die sie wirklich einsetzen und deren Eskalation sie damit glaubwürdig ankündigen, den Ansprüchen Recht verschafft, die sie in Sachen imperialistischer Größe erheben. Mit der „Stärke der internationalen Rechtsordnung“, die Trump der in dieser Floskel immer schon enthaltenen Lüge überführt und auf den Müllhaufen der Geschichte befördert hat, können auch sie nichts mehr anfangen, seit Trump ungeschminkt das Recht des Stärkeren geltend macht und vorlebt:
Kaschmir-Konflikt im Frühjahr 2025. Ein kriegerischer Machtbeweis Indiens – und ein amerikanisches Machtwort zur Klarstellung der Kräfteverhältnisse


In Hamburg ist der GegenStandpunkt u.a. erhältlich bei:

  • Buchhandlung im Schanzenviertel, Schulterblatt 55
  • Kurt Heymann, Eppendorfer Baum 27 ·
  • Axel Lüders, Heußweg 33 ·
  • Freiheit & Roosen / HAFENSCHLAMMREKORDS – Kleine Freiheit 80
  • Copyshop Adupuc, Grindelallee 32
  • Hauptbahnhof / Bahnhof Altona und Airport Hamburg

Im Wendland: Buch und Musik, Am Markt 3, 29456 Hitzacker

Der GegenStandpunkt kann auch im Buchhandel oder direkt beim Verlag bestellt werden:
GegenStandpunkt Verlagsgesellschaft, Kirchenstraße 88, 81675 München
ISSN 0941-5831, € 15.

Flugblatt zum Schulstreik gegen die Wehrpflicht

Hallo, Ihr Wehrpflichtgegner!

Ihr wollt nicht zum Dienst an der Waffe gezwungen werden.
Nur: Wem sagt ihr das?
Einem Staat, der unmissverständlich klarmacht, dass an „Kriegstüchtigkeit“ gegen die russische Atommacht für ihn kein Weg vorbeiführt?!
Ihr fordert Geld für die Sanierung maroder Schulen statt für neue Waffen.
Aber wieder: Wem sagt ihr das?
Einem Staat, der unter der letzten sogenannten „Klima-Regierung“ 100 Milliarden in die Bundeswehr gesteckt hat – und dessen neue Regierung keinerlei Grenzen der Verschuldung mehr kennt, wenn es um Deutschlands militärischen Aufwuchs geht?!
Ihr streikt gegen die Wehrpflicht und erwartet, dass die Politik auf die Jugend hört.
Doch dieselbe Politik stellt – parteiübergreifend – klar, dass es eine Alternative zum Ausbau der Bundeswehr für sie nicht gibt. Entweder melden sich genug junge Menschen freiwillig, oder es wird eben anders dafür gesorgt, dass die Truppenstärke erreicht wird, die Deutschland für seine Vorhaben beansprucht.
Wäre es da nicht angebracht zu fragen, welche Zwecke dieser Staat für so unbedingt hält, dass er dafür perspektivisch über (auch eure) Leichen geht?
Die Politiker sagen, die militärische „Zeitenwende“ diene der Sicherheit.
Nur: Wessen Sicherheit eigentlich? Eurer sicher nicht – wenn ihr im Ernstfall diejenigen seid, die den Kopf hinhalten sollen.
Wenn Deutschland mit euch – wie ihr selbst schreibt – als Kanonenfutter kalkuliert:
In welchem Verhältnis steht ihr dann eigentlich zu diesem Staat?
Und in welchem Verhältnis steht er zu euch?
Ihr beklagt: „Niemand redet mit uns. Niemand will wissen, was wir dazu denken.“
Wir schon …

… und zwar beim Forum Gegenargumente am 18.12.2025 um 18:30 Uhr
Uni Hamburg, Von-Melle-Park 5 (Wiwi-Bunker), Raum 3017

Flugblatt als PDF

Lesetipp: Der deutsche Militarismus in der Zeitenwende – Kriegsbereitschaft heute
Zu finden: https://www.gegenstandpunkt.com

Diskussionsveranstaltung

Trumps Zollkrieg
US-Imperialismus 2.0

Mittwoch, 8. Oktober 2025, 18 Uhr
Universität Hamburg, Von-Melle-Park 6 („Phil-Turm“), Hörsaal A

Dass „wir“ Trump nicht leiden können, ist in Deutschland und Europa ausgemachte Sache in den etablierten Kreisen von Politik und Öffentlichkeit. Letztere bewährt sich darin, alle Register der Hetze zu ziehen, mit der sie bisher eher die Unholde östlicher und südlicher Weltgegenden dem Publikum zwecks herzlicher Verachtung nahegebracht hat.
Das nehmen die Vertreter der wirklichen Politik gern zur Kenntnis — zum Leitfaden ihres Umgangs machen sie diese Hetze aber nicht: Sie üben sich in berechnendem Opportunismus, wenn sie mit Trump zu tun haben,  und geben damit den parteilichen Kommentatoren die teilnahmsvoll idiotische Frage auf, ob sie das mehr als Klugheit feiern oder als Eingeständnis von Machtlosigkeit  peinlich finden sollen. An Trump stören eben in Wirklichkeit nicht die ihm nachgesagten Untugenden, sondern der Inhalt seiner Politik und die Macht, mit der er diese verfolgt.
Darum will unser Vortrag auf die imperialistische Konsequenz aufmerksam machen, die in Trumps Bruch mit den Verkehrsformen und Rechnungsweisen der bisherigen Weltwirtschaftsordnung steckt. Das erpresserische Eintreiben von Tribut bei allen Handelspartnern ist seine Antwort auf den Widerspruch der globalen Konkurrenzordnung zum Nutz und Frommen des einen, sie stiftenden Konkurrenten. Und er kann das wegen der ungeheuren Leistung, die die vielgerühmte „regelbasierte Weltwirtschaft“ für ihren amerikanischen Urheber erbracht hat.

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